Pixel-Post

Die Charaktere und Geschichten der Pixel-Post

Jede Pixel-Post enthält eine eigene Geschichte. Die Charaktere stellen wir euch hier vor:

Das Drachenbaby Samia

Samia ist ein Nachfahre der Rotschuppendrachen. Ihr größter Wunsch ist fliegen und Feuer spucken. Das kann Sie allerdings erst mit 8 Jahren. Bis dahin vergeht noch viel Zeit. 

Der Elefant Pixel

Pixel liebt es zu schlafen. Seine Lieblingsfächer in der Schule sind Rüsselstemmen und Wasserspritzen. Er findet Samia beim Spazieren gehen als diese gerade aus dem Ei schlüpft.

Prof. Dr. Dominicus

Samia und Pixel wohnen im dem großen Haus von Dominicus. Es ist voller Bücher. Denn Dominicus, dessen Alter unbekannt ist, liebt es zu studieren. Besonders alte Sprachen liegen ihm am Herzen.

Das Mini-Schwein Amanda

Amanda ist das offizielle Haustier von Dominicus und nicht zu unterschätzen.

Du hast einzelne Geschichten verpasst? Hier kannst du Geschichten nochmal nachlesen:

Samia schlüpft

Die Sonne steht hoch am Himmel, das Zwitschern einiger Vögel ist zu hören und es weht ein leichter Wind, als der Afrikanische Elefant Pixel durch den Wald wandert. Pixel liebt es, durch den Wald zu spazieren, vor allem dann, wenn so tolles Frühlingswetter ist, wie heute. Fröhlich summt er ein Lied und merkt dabei gar nicht, dass ein kleines Hindernis seinen Weg blockiert. Es kommt, wie es kommen muss – Pixel stolpert und purzelt zu Boden.

„Huch“, denkt er sich, „seit wann liegen denn so große Steine auf diesem Weg?“ Verblüfft beugt er sich nach unten, um den Stein genauer zu betrachten. „Nanu, das ist ja gar kein Stein! Sieht eher aus wie ein Ei … Supi, da ist mein Abendessen ja gesichert!“, grinst er. Plötzlich schreckt er zurück. „Hilfe, das Ding bewegt sich ja! Hallo? Ist da jemand?“ Um herauszufinden, wer oder was in dem Ei steckt, klopft Pixel mit seinem Rüssel auf die Oberseite der Schale. Erst ein bisschen, dann stärker, bis eine wütende Stimme ertönt. „Hey! Was soll denn das? Schon mal was von Anstand gehört?“, piepst es aus dem Inneren der Schale. Es knackt und knistert und nach kurzer Zeit erkennt Pixel, wer in diesem viel zu großen Ei wohnt. Oder viel mehr, was. Denn so richtig sicher ist Pixel nicht, was er da vor sich hat. Es könnte eine Eidechse sein, aber seit wann haben Eidechsen rote Schuppen und orange Haare? Und das auf dem Rücken, sind das etwa Flügel?

Das kleine Wesen schüttelt sich und es fallen weitere Stücke der Eierschale ab, bis nur noch der untere Teil wie eine Hose am Körper des Tieres klebt. Niedlich sieht es ja schon aus, und so kommt es, dass Pixel vorsichtig fragt: „Du sag mal, möchtest du vielleicht mein Haustier sein?“ „HAUSTIER?!!“, faucht es ihm entgegen, „Ich bin doch kein Haustier, ich bin ein Drache!“ „Tja, das mag ja sein, aber wo wohnst du denn? Hast du überhaupt ein Zuhause?“, fragt Pixel und stellt sich mutig vor das wütende Etwas. Da wird der kleine Drache ganz still. „Hmm, naja … nee, also wenn du so fragst … Ein Zuhause hab‘ ich nicht. Eigentlich hab‘ ich gar nichts“, flüstert das Wesen und dicke Tränen rollen über sein Gesicht. „Oh, nicht weinen!“, tröstet Pixel, „Ich weiß einen Ort, an dem du leben könntest. Genauer gesagt, wir beide, denn ich wohne dort auch. Ich bin übrigens Pixel, und wer bist du?“

Pixel stapft vorwärts und der Drache hopst hinter ihm her. „Ich glaube, ich heiße Samia. Damals, als ich noch im Ei war, hab‘ ich gehört, wie mich jemand so genannt hat. ‚Mein kleines Mädchen Samia‘ hat die Stimme immer gesagt. Ich glaube, das war meine Mami.“ Pixel nickt: „Ja, bestimmt! Also dann, Samia. Wir gehen jetzt zu meinem Freund Dominicus. Er hat ein riesiges Haus und bestimmt ist da auch noch Platz für ein Drachenbaby. Also, das heißt, wenn du überhaupt bei uns wohnen möchtest?“ „Oh ja, gern! Ist Dominicus auch so ein Tier wie du?“, fragt Samia. Pixel lacht und erklärt: „Meinst du, ein Elefant? Man merkt, dass du nicht von hier kommst! Dominicus ist stadtbekannt, er ist ein Wollhaarmammut und der schlauste, den ich kenne!“ Dann erzählt Pixel ihr noch ein wenig von seinem Leben mit Dominicus. Dominicus ist schon richtig alt und obwohl er fast alles weiß, sein genaues Alter kennt er nicht. Die meiste Zeit des Tages ist er damit beschäftigt, Bücher zu lesen. So laufen sie gemütlich weiter, bis Pixel plötzlich stehen bleibt und sagt: „Da sind wir, hier wohnen Dominicus und ich! Wollen wir hinein gehen?“

Fortsetzung folgt…

Samia lernt Dominicus kennen

Was bisher geschah … Der Elefant Pixel traf bei seinem Spaziergang durch den Wald das kleine Drachenbaby Samia. Weil Samia noch kein Zuhause hatte, lud Pixel sie ein, mit ihm zu kommen. Gemeinsam gingen zum Haus seines Freundes Dominicus.

„Und der Dominicus, der ist wirklich nett?“, fragt Samia zögerlich. „Ja, hab‘ ich dir doch gesagt“, antwortet Pixel augenzwinkernd. „Jetzt komm schon, ich will hier draußen nicht anwachsen!“ Und mit diesen Worten schiebt der Elefant das Drachenbaby ins Haus. Samia schaut sich um. Das Haus scheint wirklich riesig zu sein. Gleich neben der Tür steht ein gewaltiger Hutständer, auf dem sich, neben einigen Hüten, ein großer Kamm und eine Dose Haargel befinden. „Wozu braucht er das denn alles?“, fragt Samia. Pixel erklärt ihr, dass Dominicus gern Hüte trägt und stets sein wolliges Haar kämmt, bevor er das Haus verlässt. Manchmal benutzt er auch ein wenig Haargel, um das Fell auf seinem Kopf zu zähmen. „Geh‘ du am besten schon mal ins Wohnzimmer, ich muss kurz auf die Toilette“, sagt Pixel, „das Wohnzimmer ist gleich hier“. Etwas schüchtern betritt Samia den großen Raum, auf den Pixel zuvor mit seinem Rüssel gezeigt hat. Hier drinnen wimmelt es von Büchern! Bücher überall, in den deckenhohen Regalen, auf dem Boden, sogar auf dem Esstisch liegen sie stapelweise. Auf der linken Seite des Zimmers, unter einem großen Fenster, steht ein Sofa. Doch bevor Samia das Wesen auf dem Sofa ansprechen kann, kommt plötzlich ein winziges Schwein um die Ecke geflitzt.

„Huch, wer bist du denn?“, wundert sich Samia laut. Das Schwein hüpft aufgeregt um sie herum, dabei grunzt es und versucht immer wieder, an ihren Füßen zu lecken. „Ihr Name ist Amanda“, tönt eine tiefe Stimme aus der Richtung des großen Fensters, „und wer bist du?“ „Ich … ähm … also … ich bin Samia“, antwortet Samia. „Soso. Ein junger Rotschuppen-Drache. Ganz seltene Art. Bewohnt die Wälder. Was machst du denn hier in meinem Wohnzimmer?“, erkundigt sich das Wesen mit der tiefen Stimme. „Pixel hat gesagt, ich darf hier wohnen“, sagt Samia kleinlaut, „weil ich doch ganz allein bin und sonst niemanden habe. Ich weiß nicht mal, wer meine Mami ist.“ Und schon plumpst der kleine Drache auf den Boden und fängt an, zu schluchzen. „Aber aber, nun sei doch nicht traurig. Pixel hat schon recht, mein Haus ist groß genug, um noch einen weiteren Bewohner aufzunehmen. Doch wo bleiben eigentlich meine Manieren? Ich bin Dominicus, aber das hat Pixel dir vermutlich schon erzählt. Wo steckt der Bursche überhaupt?“, brummt das Mammut.

„Hier bin ich!“, ruft es aus dem Flur. Pixel betritt das Wohnzimmer, wodurch das Minischwein von Samia ablässt. Schnell flitzt es zu ihm herüber und begrüßt ihn auf die gleiche Art, wie zuvor den Drachen. „Ich sehe, ihr habt euch schon kennengelernt“, freut sich Pixel, „Hab‘ ihr mal gesagt, dass sie bei uns wohnen darf. Geht klar, oder?“ Das Mammut rollt mit den Augen, offenbar erschüttert darüber, dass Pixel mit einer halben Banane im Mund zu ihm spricht. „Ja, sie darf hier wohnen. So eine seltene Art zu erforschen, ist ein Privileg! Rotschuppen-Drachen wachsen üblicherweise allein auf und wir haben nun die fantastische Gelegenheit, aus nächster Nähe etwas über sie zu lernen. Du weißt ja – mehr lernen – mehr forschen!“ Und mit diesen Worten dreht Dominicus sich um und läuft langsam zu seinem Sofa zurück. Dann setzt er sich seine Lesebrille auf und schlägt das Buch, welches auf einem kleinen Tisch liegt, in der Mitte auf. Leise murmelnd beginnt er zu lesen, dabei macht er sich Notizen in ein gelbes Heft. Verdutzt blickt Samia zu Pixel. „Woher weiß er denn so viel über mich?“, fragt sie. „Hab‘ ich dir das vorhin nicht erzählt? Dominicus hat an der Uni studiert, ganz viele Fächer. Alle fallen mir gar nicht ein, aber auf jeden Fall Biologie, also die Wissenschaft über alle möglichen Tiere und Pflanzen.“ Gespannt hört Samia zu, bis ein lautes Grummeln zu hören ist. Lachend blickt Pixel auf den Bauch des Drachenbabys: „Hast wohl auch Hunger. Na komm, suchen wir dir mal etwas zu essen.“

Fortsetzung folgt …

Pixel hat den Tag verschlafen

Was bisher geschah … Der Elefant Pixel hat beim Spaziergang das Drachenbaby Samia gefunden. Nun leben sie gemeinsam im Haus des Wollhaarmammuts Dominicus. 

Samia wohnt schon seit 2 Wochen bei Pixel und Dominicus. Zuerst hatte sie ein wenig Angst vor Dominicus, weil er so groß ist und oft ein wenig grummelig aussieht. Aber schnell hat sie gemerkt, dass er doch ganz nett ist. Mittlerweile findet sich Samia auch in der Villa zurecht. In den ersten paar Tagen hat sie sich ständig verlaufen! Aber Pixel ist ihr immer eine große Hilfe. Blöd ist nur, wenn er tagsüber in der Schule ist. Dann langweilt Samia sich in diesem Haus voller Bücher ein bisschen, denn sie kann ja noch nicht lesen. Dominicus hat versprochen, dass er morgen mit ihr in den Kindergarten geht und schaut, ob dort noch ein Platz frei ist.
Zum Glück hat Pixel heute schulfrei. Er und Samia hatten sich verabredet, zusammen zum Finale der Elefantenvolleyballmeisterschaft zu gehen. Samia hat noch nie ein richtiges Volleyballspiel gesehen, bisher hat Pixel ihr nur davon erzählt, wie unglaublich spannend es ist. Also steht Samia an diesem Morgen neben dem großen Hutständer im Flur und wartet auf Pixel. In ihrem Rucksack befinden sich eine Picknickdecke, Orangensaft und zwei matschige Bananen. Samia ist stolz, dass sie auch daran gedacht hat, etwas Essen für Pixel einzupacken. Doch wo bleibt er? Langsam wird Samia ungeduldig. Vielleicht wollten sie sich doch direkt beim Spiel treffen? Samia zählt noch viermal bis 20 (das hatte sie letztens von Dominicus gelernt) und tapst dann allein zum Volleyballspiel.
Einige Stunden später ….
„Guten Morgen Samia, na, haste gut geschlafen?“, fragt Pixel gähnend. Samia schaut ihren Freund misstrauisch an: „Ähm ja, schon. Aber Pixel, ist alles gut bei dir?“ „Klar doch, wieso fragst du? Bin nur noch etwas verpennt. Das sollte sich aber gleich legen, heute ist doch Meisterschaftsfinale!“, antwortet er. „Du meinst, es WAR Elefantenvolleyballmeisterschaftsfinale“, entgegnet Samia, „Was glaubst du denn, wo ich gerade herkomme?“ „Na aus deinem Bett, oder nicht? Und jetzt Beeilung, wir müssen los!“, sagt Pixel genervt. Doch Samia hält ihn am Rüssel fest und schüttelt den Kopf. Da wirft Pixel einen Blick auf die große Uhr, die neben der Treppe hängt. Es ist schon 16 Uhr! Die Meisterschaft muss längst vorbei sein. Traurig setzt er sich auf die unterste Stufe der Treppe, lässt den Kopf hängen und schlackert mit den Ohren. „Ich dachte, ich bin noch pünktlich aufgewacht. Wie schade, jetzt hab‘ ich alles verpasst“, schnieft er. „Nicht so schlimm, Pixel. Dominicus war auch da und hat ein paar Videos gemacht, die darfst du dir sicher angucken. Rate mal, wer das Finale gewonnen hat!“, sagt Samia. Pixel schaut sie nur fragend an und da platzt es aus Samia heraus: „Amanda! Amanda hat gewonnen! Die hat ein paar moves drauf, das sag ich dir! Aber Dominicus hat alles gefilmt!“ „Unsere Amanda? Das Minischwein? Ist ja verrückt, aber da hat sich die Supersonderspezialgenehmigung, die Dominicus extra für sie geholt hat, ja doch gelohnt! Und ich dachte schon, er sei komplett durchgedreht! Aber trotzdem, bei so einer Aufregung einfach zu schlafen, das ist echt nicht cool“, sagt Pixel kopfschüttelnd.
Samia denkt kurz nach, dann antwortet sie: „Weißt du, ich erinnere mich gerade an eine Geschichte, die Dominicus mir vorgestern erzählt hat. Handelt auch von diesem Jesus, von dem er manchmal spricht. Weiß noch nicht so ganz, was ich von dem halten soll. Einmal war er mit seinen Freunden auf einem Boot und dann kam ein schlimmer Sturm und es waren ganz hohe Wellen auf dem See. Seine Freunde hatten richtig Angst, aber er hat einfach weitergepennt! Erst als die anderen ihn geweckt haben, stand er auf und hat dem Sturm befohlen, aufzuhören. Und das hat auch noch geklappt! Also siehst du, auch die krassesten Leute verschlafen mal.“ Lächelnd legt Pixel seinen Rüssel um Samia und gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Dominicus, um die Aufnahmen des Spiels zu sehen.

Fortsetzung folgt …

Samias erster Zahn

Was bisher geschah… Der Elefant Pixel und der Rotschuppen-Drache Samia wohnen zusammen in der Villa des Wollhaarmammuts Dominicus. Pixel geht schon zur Schule, aber Samia geht erst in den Kindergarten.

Es ist ein heller Frühlingsmorgen, die Sonne scheint und das Minischwein Amanda liegt gemütlich auf dem großen, gemusterten Teppich im Wohnzimmer und kaut an einem Hundekuchen, als plötzlich das Drachenbaby Samia um die Ecke fegt. „Juhuuu! Es ist endlich passiert! Endlich habe ich meinen ersten Zahn bekommen, meinen ersten richtigen Drachenzahn! Gestern Abend war da noch nichts, aber heute ist er da! Bald habe ich riesige, spitze Zähne, ganz bestimmt!“, jubelt sie. „Und jetzt kann ich endlich Süßigkeiten essen, so wie Pixel! Ich freu mich schon auf die Kaubonbons, Lollis, die Gummibärchen und Schokoriegel! Wo krieg ich sie her? Wo haben Pixel und Dominicus die Süßigkeiten nur versteckt?“ Suchend blickt sich Samia um. Da entdeckt sie Amanda und ihren Hundekuchen. Eine Weile sieht sie zu, wie Amanda kaut. Auf einmal steht das kleine Schwein auf, grunzt und galoppiert in den Garten. Samia legt ihren Kopf schief und überlegt: „Wie schmeckt eigentlich so ein Hundekuchen? Amanda scheint ihn ja echt lecker zu finden.

Ob ich mal daran rieche?“ Zögerlich tapst sie auf den weichen Teppich und beugt sich zu dem Hundekuchen hinunter. Nachdem sie ihn von allen Seiten in Augenschein genommen hat, nimmt Samia den Hundekuchen in ihre Krallen und schnuppert daran. „Hmm, riecht ja echt lecker!“, sagt sie laut. „Also, die Amanda hat so viele davon, eine ganze Dose steht im Küchenschrank, das hab‘ ich gesehen. Und den hier hat sie einfach liegen gelassen. Ob ich den mal nehmen soll? Er sieht echt lecker aus!“ Samia überlegt noch eine kurze Zeit und schiebt sich dann den Hundekuchen in den Mund.

Da taucht Pixel auf. Er hat einen Lolli im Rüssel, der schon von Weitem nach Erdbeere duftet. „Wow, ein Lolli!“, ruft Samia. Hastig schluckt sie den Hundekuchen hinunter und schnappt Pixel seinen Lolli weg. Verblüfft schaut Pixel ihr hinterher: „Hey, das war mein Lolli! Den hab‘ ich von meinem Taschengeld gekauft! So was Gemeines!“ Doch Samia hört ihn nicht mehr. Sie ist längst in den Garten geflitzt und versteckt sich hinter dem großen Rosenstrauch, an dem Dominicus immer seine Forschungen über Insekten betreibt. „Super, der Lolli schmeckt ja noch besser als Amandas Hundekuchen“, schmatzt sie. Dabei merkt sie nicht, wie Dominicus gemächlich herantrottet. Er kommt gerade vom Wochenendeinkauf zurück und an seinem Stoßzahn hängt eine Tüte,   aus der eine Menge Süßigkeiten herausgucken. „Hallo Samia, seit wann isst du denn Lollis?“, fragt das Mammut freundlich.

„Seit ich meinen ersten Drachenzahn hab‘, guck mal!“ Stolz zeigt Samia ihren kleinen Drachenzahn. „Exzellente Entwicklung, genau nach Lehrbuch“, murmelt Dominicus, „Möchtest du etwas von den Süßigkeiten haben, die ich eben gekauft habe?“ Samias Augen werden ganz groß und rund, als sie in die Tüte blickt. „Wow, sooo viele“, staunt sie, „Darf ich mal die Gummibärchen probieren?“ „Aber natürlich“, lächelt Dominicus. „Danke, dass ich etwas von dir abhaben darf. Das ist echt lieb von dir“, freut sich Samia. Mit einem Mal wird sie nachdenklich: „Hmm, Pixel und Amanda sind auch lieb. Hätte ich sie gefragt, hätten sie mir bestimmt auch etwas von ihren Sachen abgegeben.“ Dominicus spitzt seine wolligen Ohren. „Nana, was höre ich denn da? Hast du ihnen etwa einfach so etwas weggenommen?“, fragt er. Kleinlaut schaut Samia das Mammut an. „Das hätte ich nicht tun dürfen“, flüstert sie. „Das stimmt, Samia“, antwortet Dominicus, „Auch in der Bibel, also dem Buch über Gott, von dem ich dir manchmal erzähle, steht geschrieben, dass wir anderen nichts wegnehmen dürfen. Aber jedem, der dich um etwas bittet, sollst du etwas geben. Ich bin mir sicher, dass Pixel und Amanda dir auch etwas abgegeben hätten, wenn du sie gefragt hättest.“ Samia kaut und schluckt die letzten Gummibärchen hinunter, dann verkündet sie: „Du hast recht. Ich gehe gleich zu ihnen und bitte sie um Entschuldigung.“ 

Fortsetzung folgt …

Samia muss zum Zahnarzt

Was bisher geschah … das Drachenbaby Samia, der Elefant Pixel und das Mammut Dominicus leben gemeinsam mit dem Minischwein Amanda in einem großen Haus. Samia freut sich, weil sie vor kurzem ihre ersten Zähne bekommen hat und nun Süßigkeiten essen darf.

Gestern wurde in der Stadt der Jahrmarkt eröffnet. Es gibt ein Puppentheater, ein Kettenkarussell, ein Riesenrad, eine Berg-und-Tal-Bahn und sogar eine Geisterbahn. Und natürlich unzählige Stände, an denen süße Leckereien verkauft werden. Samia glaubt, sie ist im Himmel. Mit leuchtenden Augen läuft sie zwischen den Ständen umher und kann sich gar nicht entscheiden, welche Süßigkeit sie zuerst probieren soll. Zuckerwatte? Bonbons? Gebrannte Mandeln? Oder doch Schokofrüchte? Während sie gedankenverloren vor dem Zuckerwattestand steht, schleicht Pixel sich von hinten an sie heran. Er bleibt ein paar Sekunden hinter ihr stehen, doch Samia bemerkt ihn immer noch nicht. Vorsichtig tippt Pixel Samia mit seinem Rüssel auf die Schulter. Erschrocken hüpft Samia in die Höhe: „Hey! Wer da? Ach Pixel, du bist es. Hast du mich erschreckt.“ Pixel kichert: „Jaja, du warst ziemlich in Gedanken. Was ist denn los? Solltest du nicht bei Dominicus sein?“ Samia schaut zu Boden und schweigt. „Hallo? Erde an Samia? Was ist mit dir?“, fragt Pixel. Da blickt Samia ihn an und flüstert: „Heute ist doch der Tag, an dem Dominicus mit mir zu einem Arzt wollte. Wegen meinen Zähnen. Und die anderen Kinder im Kindergarten haben gesagt, dass so ein Zähnearzt gemein ist und Kindern weh tut. Und jetzt hab‘ ich Angst. Ich will da nicht hin!“ Pixel legt seinen Rüssel um Samias Schultern. „Ein Zahnarzt ist nicht gemein. Der schaut sich nur deine Zähne an und guckt nach, ob da alles in Ordnung ist. Damit du keine Zahnschmerzen bekommst“, beruhigt er sie. „Zahnschmerzen? Zähne können weh tun? Wie das denn, die sind doch so hart und spitz“, fragt Samia. Pixel nickt: „Ja, klar können sie das! Vor allem, wenn man so viele Süßigkeiten isst, wie du und dann nicht ordentlich Zähne putzt.“ „Aber ich putze meine Zähne! Dominicus hat mir gezeigt, wie das geht. Man nimmt so eine Bürste und dann schmiert man da sowas drauf und dann muss ich schrubben! Und dann zählt er bis 200 und dann bin ich fertig. Und dann muss ich mit Wasser spülen und er guckt nach, ob meine Zähne auch richtig sauber geworden sind“, erklärt das Drachenbaby stolz. „Na siehst du!“, sagt Pixel, „Dann hast du ja gar nichts zu befürchten. Los komm, wir gehen nach Hause. Und wenn du vom Zahnarzt zurück bist, dann können wir ja immer noch zum Jahrmarkt gehen.“

Eine halbe Stunde später sitzt Samia auf dem Stuhl des Zahnarztes, Dominicus sitzt neben ihr und liest in einem seiner dicken Bücher. „So, Samia, dann zeig mir doch mal deine beiden Zähne“, bittet der Zahnarzt. Samia öffnet ihren Mund: „Aaaaaah!“ Dabei schaut sie abwechselnd zu Dominicus und in das Gesicht von Dr. Zahnstein. Er sieht aus, als sei er fast so alt wie Dominicus und scheinbar ist er auch genauso freundlich. Mit einem Spiegel und einer kleinen Lampe schaut er Samias Zähne von allen Seiten an, dann schreibt er etwas in ein blaues Heft. „Samia, ich muss dir ein Kompliment machen. Deine Zähne sehen wirklich tipp-topp aus!“ Der Zahnarzt zwinkert ihr zu. „Dominicus hat mir aber verraten, dass du gerne Süßigkeiten isst. Versprich mir, dass du dir immer fleißig deine Zähne putzt, mindestens zweimal am Tag. Sonst kann es schon bald ganz anders aussehen“, sagt er streng. Samia nickt und verspricht, immer gut auf ihre Zähne zu achten. Zum Abschied winkt sie Dr. Zahnstein und ruft: „Tschüssi, Dr. Zahnarzt! Ich sag‘ den anderen Kindern, dass du ganz lieb bist!“

Fortsetzung folgt …

Amanda ist verschollen – Teil 1

Was bisher geschah … Das Drachenbaby Samia, der Elefant Pixel und das Mammut Dominicus wohnen zusammen in einem großen Haus. Bei ihnen lebt auch das Minischwein Amanda. Sie ist das Haustier von Dominicus.

Pixel kommt gerade aus der Schule. Er freut sich sehr, denn er hat heute eine 1 in Rüsselwasserspritzen bekommen. Gerade möchte er Dominicus davon erzählen, da hört er ein Schnarchen. Leise bewegt er sich in die Richtung, aus der das Geräusch kommt. Als er im Wohnzimmer ankommt, sieht er, wie Dominicus auf seinem Sofa unter dem Fenster liegt und vor sich hin schnarcht. Seine Lesebrille sitzt noch auf seinem Rüssel und überall um ihn herum liegen stapelweise Bücher. Auf seinem Bauch liegt ein besonders dickes Buch, Pixel kann „Altgriechisch für Fortgeschrittene“ auf dem Buchrücken lesen. Leise kichernd beobachtet der Elefant das Mammut für eine Weile, bis Dominicus plötzlich vom Sofa rutscht und mit einem lauten „rumms“ zu Boden fällt. Verwirrt rappelt er sich auf: „Huch, also das ist mir ja noch nie passiert.“ Er steht auf und klopft sich den Staub aus seinem Fell. Dabei fällt sein Blick auf Pixel, der ihn die ganze Zeit beobachtet hat. Etwas peinlich berührt fragt Dominicus: „Hallo, Pixel. Seit wann stehst du denn schon hier?“ „Lange genug, um zu sehen, wie du vom Sofa gefallen bist“, lacht er. „Also, etwas mehr Respekt bitte!“, sagt Dominicus streng, „Das Studieren ist eine ehrenwerte Tätigkeit! Nimm dir ein Beispiel an meiner Amanda, sie lernt stets tüchtig, um ein gebildetes Schwein zu werden. Wo steckt sie eigentlich?“ Suchend blicken die beiden sich um, aber von Amanda fehlt jede Spur. „Amanda! Amanda! Wo bist du denn, mein liebster kleiner Schatz?“, ruft Dominicus verzweifelt.

Die beiden durchsuchen das ganze Haus und den Garten, doch von Amanda fehlt jede Spur. „Oh nein, mein kleines Schwein ist verschwunden. Sie weicht mir doch sonst nie von der Seite. Wie konnte das nur passieren?“, schluchzt Dominicus. Pixel versucht, ihn aufzumuntern: „Ach komm schon, bestimmt trifft sie nur ihren Schweinefreund Oskar. Sie haben sich doch schon seit 2 Wochen nicht gesehen.“ „Nein, da hätte sie mir doch Bescheid gegeben. Bestimmt wurde sie entführt. Ich werde sie nie wieder sehen!“ Mittlerweile ist Dominicus völlig aufgelöst und sitzt weinend auf der grünen Bank im Garten. Nun weiß auch Pixel nicht mehr, was er sagen soll. Es stimmt schon, normalerweise meldet sich Amanda, wenn sie irgendwohin geht. Pixel versteht sie zwar nie, weil sie nur grunzen kann, aber Dominicus scheint meistens zu wissen, was sie meint. Ob sie wirklich entführt wurde? Aber von wem?

Nun murmelt Dominicus etwas von „Schwein am Spieß“, „Tiefkühltruhe“ und „Supermarkt“ vor sich hin. Da hat Pixel eine Idee: „Hey Dominicus, Kopf hoch. Wir werden sie wiederfinden, ganz bestimmt! Ich glaube nicht, dass sie entführt wurde. Vielleicht ist sie auch nur im Wald und sucht ein paar Trüffel für dich zum Abendessen. Lass uns doch noch ein bisschen warten und in der Zeit könnten wir Plakate schreiben. ‚Minischwein gesucht‘ oder sowas. Was meinst du?“ Dominicus denkt nach. „Möglicherweise könnte diese Maßnahme erfolgversprechend sein. Welche Attribute hast du im Sinn?“ „Hä? Was meinst du?“, fragt Pixel. „Merkmale, mein Junge. Welche Merkmale wollen wir anführen? Um zu beschreiben, welch großartige Persönlichkeit meine liebste Amanda ist. Wie sie aussieht, was sie unter allen Schweinen hervorhebt, das meine ich.“

Gemeinsam gehen sie ins Haus. Dominicus holt sein gelbes Heft hervor, in das er immer seine wichtigsten Erkenntnisse aus den Büchern notiert. Dann setzt er seine Lesebrille auf, zückt seinen Füller und schreibt: Name, Alter, Größe, Charakter, besondere Merkmale, Zeit und Ort des Verschwindens. Danach schreiben sie alles untereinander auf ein großes Blatt Papier und füllen die einzelnen Punkte gewissenhaft aus. „Exzellent, das sieht doch schon einmal vielversprechend aus“, lobt Dominicus, „nun hoffen wir, dass wir auch Erfolg haben.“ Pixel und Dominicus sind so vertieft in das Schreiben der Suchplakate, dass sie nicht merken, wie eine Gestalt draußen leise unter das Fenster schleicht und lauscht.

Fortsetzung folgt …

Amanda ist verschollen – Teil 2

Was bisher geschah… Das Drachenbaby Samia und der Elefant Pixel leben mit dem Mammut Dominicus und seinem Haustier, einem Minischwein namens Amanda, in einem Haus. Plötzlich ist Amanda verschwunden. Dominicus und Pixel fertigen Suchplakate an und werden dabei heimlich belauscht.

Still hockt die Gestalt unter dem Wohnzimmerfenster. Von drinnen sind die Stimmen von Pixel und Dominicus zu hören. Sie sprechen gerade darüber, an welchen Orten sie die Suchplakate aufhängen sollten. „Tse, Suchplakate. Als ob die noch etwas bringen“, denkt die Gestalt schadenfroh. Auch der Elefant und das Mammut im Inneren des Hauses sind in ihre Gedanken vertieft, da hören sie von draußen plötzlich ein lautes Knacken. Beide schauen sich an. Wo kam das denn her? Doch als sie aus dem großen Fenster blicken, können sie nichts Verdächtiges entdecken.

Mit klopfendem Herzen steht der Räuber hinter einer Hausecke. Was nun? Niemand hatte ihn gesehen, als er sich vor einigen Stunden in den Garten schlich, um das Minischwein zu entführen. Es war aber auch zu einfach gewesen. Ein einziger Hundekuchen hatte gereicht, damit Amanda dem Räuber ihr Vertrauen schenkte. Gutgläubig folgte sie ihm zu seinem Transporter. Nun musste der Räuber nur noch die Klappe öffnen, das Schwein hineinschubsen und die Klappe schnell genug verschließen, damit Amanda nicht wieder entwischen konnte.

Auf der Fahrt zu seinem Versteck, ganz hinten am Ende der Stadt, an der Grenze zum Gruselwald, überlegte er, wie er nun weiter vorgehen sollte. Er entschied sich dafür, noch einmal zum Haus des Mammuts zurückzukehren. Vielleicht hatte dieser Dominicus ja noch gar nicht gemerkt, dass sein Schwein fehlte? Der Räuber war so sehr ins Grübeln vertieft, dass zwei Minuten vergingen. Das Mammut und der Elefant hatten ihn nicht verfolgt. „Ein Glück“, denkt der Räuber, „dann kann ich jetzt zur Apotheke und Salbe für meine Hand kaufen. Auf dem Weg dorthin reibt er vorsichtig die schmerzende Stelle. „Wer hätte gedacht, dass ein blödes Minischwein so fest zubeißen kann?“, grummelt er.

Währenddessen im Haus …

Samia hüpft fröhlich von einem Bein auf das andere, während sie durch die Eingangstür kommt. „Pixel!“, ruft sie, „Gehst du heute mit mir zum See? Du wolltest mir doch zeigen, wie du mit deinem Rüssel Wasser spritzen kannst!“ Doch beim Betreten des Wohnzimmers merkt sie sofort, dass etwas nicht stimmt. „Hä? Was ist denn hier los? Warum guckt ihr so traurig?“, fragt sie. „Meine Amanda wurde entführt!“, sagt Dominicus verzweifelt, „Ich sehe sie garantiert-“ „Sie ist nicht entführt! Ich wette, sie ist nur mit Oskar unterwegs!“, unterbricht Pixel Dominicus. Aber Samia schüttelt den Kopf: „Nee, Oskar hab‘ ich grad erst gesehen. Der hatte seinen Schwimmreifen dabei, wollte sicher auch zum See. Hab‘ ihm freundlich hallo gesagt, genau so, wie du es mir beigebracht hast.“ Samia blickt von einem zum anderen, doch ihre beiden Freunde schauen sich nur ratlos an. „Lasst uns die Plakate aufhängen“, beschließt Pixel. „Ja, eine exzellente Idee“, stimmt Dominicus ihm zu, „Des Weiteren sollten wir Befragungen durchführen. Möglicherweise ist einem Anwohner etwas Außergewöhnliches aufgefallen?“.

Zu dritt machen sie sich auf den Weg. Dabei verteilen sie überall die Suchplakate, die Pixel und Dominicus vorbereitet haben. Samia quatscht jeden an, den sie trifft. Doch die Suche bleibt erfolglos. Ihr letztes Ziel an diesem Tag ist die Apotheke. Während Pixel draußen das Plakat aufhängt, betreten Dominicus und Samia den Laden, um die freundliche Apothekerin zu befragen. „Hallo Samia und Dominicus“, werden sie von ihr begrüßt. „Guten Tag, werte Dame“, antwortet Dominicus. Samia rollt mit den Augen. Muss er immer so förmlich reden? „Hallo, unsere Amanda ist weg. Hast du sie gesehen?“, fragt Samia. Die Apothekerin schüttelt den Kopf. „Drachenmist!“, flucht Samia. „Ist dir sonst irgendwas Komisches aufgefallen?“ Gerade möchte die Apothekerin wieder nein sagen, da fällt ihr etwas ein: „Heute war ein Mann bei mir, der hatte eine Bisswunde an der Hand und wollte Salbe haben. Ich habe ihn gefragt, woher der Biss stammt, aber er antwortete mir nicht. Das war schon seltsam.“ „AMANDA!“, rufen Samia und Dominicus wie aus einem Mund.

Fortsetzung folgt …

Amanda ist verschollen – Teil 3

Was bisher geschah … Der Elefant Pixel, das Drachenbaby Samia und das Mammut Dominicus sind auf der Suche nach dem Minischwein Amanda. Sie befürchten eine Entführung. In der Apotheke finden sie eine Spur.

„Ihr glaubt, Amanda hat den Mann gebissen, der sich hier in der Apotheke die Salbe kaufen wollte?“, fragt Pixel, der unbemerkt die Apotheke betreten und so das Gespräch mitgehört hatte. „Kann schon sein!“, antwortet Samia, „Einmal wollte ich mir nur ganz kurz ihren Ball ausleihen und da hat sie auch nach mir geschnappt.“ Mit Stolz geschwellter Brust erklärt Dominicus: „In der Tat, meine Amanda weiß sich zu verteidigen! Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde ich behaupten, dass mein Minischwein diesem Mann seine Verletzung zugefügt hat. Können Sie ihn näher beschreiben?“

Etwa 15 Minuten später sind Pixel, Samia und Dominicus auf dem Weg zum Polizeirevier. Nachdem die Apothekerin genau berichtet hatte, wie der Entführer aussieht, war Pixel schon drauf und dran, auf eigene Faust nach ihm zu suchen. Samia hatte zunächst Angst, stimmte ihm dann aber zu: „Der darf nicht ungeschoren davonkommen! Wir müssen ihn verkloppen und Amanda zurückholen!“ Doch wie immer war Dominicus die Stimme der Vernunft. Er erinnerte sie daran, dass es nicht gut ist, Konflikte mit Gewalt zu lösen und dass es Gesetze gibt, an die sich alle halten müssen. Noch dazu haben sie keine Ahnung, wo sie mit der Suche beginnen sollen. Am Polizeirevier angekommen, klingeln sie an der Tür. Nach kurzer Wartezeit öffnet ein Polizist in blauer Uniform die Tür. „Guten Abend, was kann ich denn für euch tun?“ „Zwei Dinge. Zum einen möchten wir eine Vermisstenmeldung aufgeben, zum anderen sind wir auf der Suche nach einem Mann“, erklärt Dominicus. „Soso“, brummt der Polizist, „na, dann komm’se mal rein.“

Dominicus, Samia und Pixel betreten das Polizeirevier. Hier riecht es nach Kaffee und überall liegen Akten herum. Der Polizist führt sie in einen Raum mit einem Tisch, um den einige Stühle stehen. Auf dem Tisch steht ein großes Telefon, daneben liegen ein Stift und ein Schreibblock. „Inspektor Schulze, mein Name. Kriminalinspektor. Nu erzähln’se mal, was los ist.“ Und so erzählt Dominicus die ganze Geschichte. Davon, dass er beim Lesen eingeschlafen ist und dass Amanda, als er aufwachte, plötzlich verschwunden war. Er beschreibt dem Inspektor genau, wie Amanda aussieht und berichtet von den Suchplakaten und den Befragungen. Schließlich erzählt er von den Vermutungen der Apothekerin. Der Polizist hört ihm genau zu, sagt immer wieder „hmm“ und „aha“ und schreibt alles Wichtige auf den Block. Am Ende beugt er sich über den Tisch, streicht über seinen Schnurrbart und sagt: „Gut möglich, dass Ihr Schweinchen den Mann gebissen hat. Nu ham’wa schon mal einen Anhaltspunkt. Wie sah er denn aus? Könn’se das beschreiben?“ Pixel schaltet sich ein: „Er hatte einen schwarzen Schnurrbart. Auf dem Kopf trug er einen dunklen Hut und um den Hals ein rot-weißes Tuch. Außerdem hatte er einen Mantel oder sowas an.“ „In grün und braun!“, ruft Samia. Der Polizist nickt. Dann steht er auf und verlässt das Zimmer. Kurze Zeit später kommt er wieder herein und erklärt: „Die Beschreibung lässt vermuten, dass der Entführer des Schweinchens ein gesuchter Verbrecher ist. Ich hab‘ meinen Kollegen losgeschickt, der hat ein paar Bilder eingepackt und fährt jetzt zur Frau Apothekerin. Mal schauen, ob sie meinen Verdacht bestätigt. Wolln’se solange ne Tasse Kaffee? Oder Kakao oder was ihr Kinder trinkt?“

Zu viert sitzen sie am Tisch und schlürfen ihre Getränke. Plötzlich klingelt das Telefon. Kriminalinspektor Schulze schaltet direkt den Lautsprecher ein: „Tach Schulze, Krämer hier. Du hattest recht, der Entführer ist unser gesuchter Mann! Bin in 20 Minuten wieder da, zur Lagebesprechung.“ Inspektor Schulze blickt in drei schockierte Gesichter. „Bleiben’se ruhig, wir werden Ihr Schweinchen schon finden. Vielleicht gehn’se erst mal nach Hause und ruhen sich aus.“ Die drei Freunde tun, was der Inspektor ihnen sagt.

Schon von Weitem sehen sie, dass ein Zettel an ihrer Haustür hängt. Auf ihm steht:

HAB DAS SCHWEIN! ERWARTE 20.000€ BIS MORGEN, SONST KOMMT ES IN DIE WURST! TREFFPUNKT 24 UHR AN DER SEEBRÜCKE. KEINE POLIZEI!

Fortsetzung folgt …

Amanda ist verschollen – Teil 4

Was bisher geschah … Der Elefant Pixel, das Mammut Dominicus und das Drachenbaby Samia sind auf der Suche nach dem entführten Minischwein Amanda. Nachdem sie aus dem Polizeirevier nach Hause kommen, finden sie einen Erpresserbrief.

„20 000 Euro? Wie sollen wir nur bis morgen an so viel Geld kommen?“, fragt Pixel bestürzt. „Wir könnten uns auf den Marktplatz stellen und singen und tanzen, vielleicht geben uns die Leute dann etwas?“, schlägt Samia vor. „Diese Summe ist zu hoch, wir werden nicht so viel Geld sammeln können“, erwidert Dominicus. „Aber dann sehen wir doch unsere Amanda nie wieder!“, schluchzt Samia. Pixel denkt eine Weile nach. „Ich weiß was! Hier steht zwar ‚keine Polizei‘, aber das ist doch Käse. Natürlich müssen wir trotzdem mit Kriminalinspektor Schulze zusammenarbeiten. Wir brauchen nur einen guten Plan, wie wir den Entführer austricksen können!“ „Eine List?“, fragt Dominicus, „Was schwebt dir denn vor?“ Und dann erzählt Pixel den anderen, was er sich überlegt hat. Gemeinsam planen sie, bis es dunkel wird. Schließlich gehen alle erschöpft schlafen.

Der nächste Morgen …

Im Polizeirevier klingelt das Telefon. Inspektor Schulze nimmt den Hörer ab und sagt: „Polizeirevier Nord, Sie sprechen mit Kriminalinspektor Schulze. Wie kann ich helfen?“ Am anderen Ende der Leitung ist Dominicus: „Ja, Herr Inspektor, Dominicus hier. Ich rufe noch einmal wegen meiner wunderbaren Amanda an. Haben Sie schon etwas herausgefunden?“ Der Polizist berichtet Dominicus von einer Spur, die zum Gruselwald führt. Dort wurde in den vergangenen Tagen häufiger beobachtet, wie jemand durch das Unterholz schlich. Gerade sind zwei Polizisten unterwegs, um das Gelände zu durchsuchen. Dominicus erzählt von dem Erpresserbrief, den die Freunde am Abend zuvor an ihrer Haustür gefunden hatten. Inspektor Schulze ist erschüttert: „Ein Erpresserbrief? Du meine Güte! Haben’se schon eine Idee, wie es jetzt weitergehen soll?“ Dominicus antwortet: „In der Tat, wir haben einen Plan. Folgendes …“

Zum vereinbarten Zeitpunkt, um 21 Uhr des gleichen Tages, findet sich Dominicus an der Seebrücke ein. In seinem Rüssel trägt er einen großen Sack, darin befinden sich jedoch nicht, wie vom Entführer gefordert, 20 000 Euro. Stattdessen sitzt das Drachenbaby Samia darin. Sie hat sich in ihrer halben Eierschale ganz klein gemacht und hält zwei Wasserspritzpistolen in ihren Krallen. Im Gebüsch verstecken sich Inspektor Schulze, sein Kollege Krämer und Pixel. Einige Meter die Straße hinunter, hinter einer Ecke, steht ein Polizeiauto mit zwei weiteren Polizisten.

Die Dämmerung bricht über den See herein. Dominicus beobachtet, wie eine Gestalt aus dem nahegelegenen Wald auf ihn zukommt. „Das muss der Entführer sein, dieser Schuft!“, denkt er. Die Gestalt nähert sich. Es ist ein Mann mit einem Hut, einem braun-grünen Mantel und einem dunklen Schnurrbart. Die Apothekerin hatte also recht. „Guten Abend“, begrüßt Dominicus den Entführer, „hier ist das Geld. Wo ist meine Amanda?“ „Immer langsam“, sagt der Entführer mit kratziger Stimme, „ich will erst prüfen, ob auch alles da ist!“ Und das war Samias Stichwort. Dominicus öffnet den Sack, der Entführer beugt sich nach vorn – und wird von einem kreischenden Drachenbaby mit zwei Wasserspritzpistolen attackiert. Erschrocken reibt er sich die Augen. Diesen Moment nutzen die Polizisten, um aus ihrem Versteck zu springen und den Mann festzunehmen. „Geschafft!“, ruft Pixel glücklich. „Tatsächlich, Gott sei Dank!“, sagt Dominicus erleichtert. „Aber jetzt rücken Sie gefälligst mein Minischwein heraus, Sie dubioser Räuber!“ Genervt rollt der Entführer mit den Augen: „Dieses blöde Schwein hat mir nur Ärger gemacht. Hat mich gebissen und die halbe Nacht mit seinem Gegrunze wachgehalten. Nerviges Biest. Hab es dahinten in der Höhle eingesperrt.“ Dominicus und Inspektor Krämer eilen zur Höhle, um Amanda zu befreien, während die beiden Polizisten aus dem Auto den Mann abführen. Inspektor Schulze bleibt mit Samia und Pixel zurück. „Tolle Leistung, ihr zweie“, lobt er, „besonders dein Angriff mit den Wasserspritzpistolen. 1 A! Dieses Manöver werd‘ ich mir merken!“

Fröhlich gehen die vier an diesem Tag nach Hause. „Siehst du, Dominicus“, sagt Pixel, „wenn wir zusammen sind, können wir alles schaffen!“

Fortsetzung folgt …

Samia will Feuer spucken

Das Drachenbaby Samia, der Elefant Pixel und das Mammut Dominicus leben mit dem Minischwein Amanda in einem Haus. Samia geht noch in den Kindergarten, aber sehnt sich danach, älter zu sein.

„Feuer, Feuer! Fuuuuuuch!“, zischt Samia. Sie sitzt im Garten, ihre kleinen Pfoten zu Fäusten geballt, und schaut in den Himmel. „Feuer!“ Doch zu ihrem Bedauern kommt nicht einmal eine Rauchwolke aus ihrem Mund. Den ganzen Vormittag übt sie nun schon, Feuer zu spucken, aber irgendwie will es ihr nicht so recht gelingen. „Fuuuuch!“ Bei ihrem letzten Versuch ist eine kleine Fliege versehentlich in ihren Mund geflogen. Samia hustet, würgt die Fliege wieder hoch und purzelt zu Boden. In ihren Augen stehen Tränen der Wut und Verzweiflung.

Dominicus betritt den Garten. In seinem Rüssel hält er das Buch: „Botanik Mitteleuropas“ und auf seinem Kopf sitzt seine Lesebrille. Gerade war er auf der Suche nach einer bestimmten Pflanze, als er Samia entdeckt. Behutsam legt er seinen Rüssel auf ihre Schulter und fragt: „Na Samia, was ist denn los?“ Samia blickt ihn mit feuchten Augen an und sagt: „Ach weißt du, ich bin doch ein Drache. Und als Drache muss ich Feuer spucken können. Ich weiß, dass ich es kann! Aber irgendwie klappt es bisher nicht. Ich versuche es noch einmal!“ Und mit diesen Worten nimmt Samia ihre ganze Kraft zusammen, atmet tiiiiief ein und legt los: „Feuer! Fuuuuuuuch!“ Es passiert nichts. Samia bricht in Tränen aus: „Was ist nur los mit mir? Wenn ich nicht Feuer spucken kann, bin ich doch gar kein richtiger Drache. Wer bin ich überhaupt? Warum geht es nicht?“ Dominicus versucht, sie zu trösten.

Mit einem Ächzen setzt er sich neben das Drachenbaby ins Gras. Er erklärt ihr, dass sie doch schon so viele Dinge kann – malen und tanzen, Zähneputzen und Rührei machen. „Ach Dominicus, du hast leicht reden. Das sind doch alles keine wichtigen Sachen. Ich will Drachendinge können! Du und Pixel, ihr könnt doch auch Elefantendinge. Wasser speien mit dem Rüssel, meine ich.“ „Weißt du Samia, als ich so alt war wie du, da konnte ich das auch noch nicht. Ich hab‘ es erst gelernt, als ich in die Schule gekommen bin. Bei Pixel hat es sogar noch länger gedauert, der war schon in der zweiten Klasse! Wusstest du nicht, das Rotschuppen-Drachen erst mit etwa 8 Jahren die Fähigkeit zum Feuerspucken erlangen? Du bist doch noch ein Baby“, erklärt das Mammut geduldig. „Ich bin kein Baby mehr, ich hab‘ schon zwei Zähne! Da, siehst du!“ Samia öffnet den Mund und bleckt die Zähne. Dominicus lacht nur: „In der Tat, du hast bereits zwei. Da fehlen aber noch welche! Sofern ich richtig informiert bin, besitzt ein erwachsener Rotschuppen-Drache dreizehn Zähne.“ Ungläubig schaut Samia ihn an. „So viele? Wann wachsen die denn alle?“, fragt sie. „In der Ruhe liegt die Kraft, kleiner Drache. Deine Zähne wachsen, wenn du älter wirst. Und vielleicht bist du ja auch hochbegabt und kannst bereits mit vier Jahren Feuer spucken?“, antwortet Dominicus.

„Uff, das dauert ja noch eeeeewig!“, jammert Samia. „Wie soll ich es bis dahin nur aushalten?“ Dominicus schmunzelt wieder und erklärt: „In der Bibel, dem Buch über Gott, über das wir manchmal sprechen, steht drin, dass jedes Ereignis seine Zeit hat. Lachen, tanzen, aber auch weinen und klagen. Und manchmal verstehen wir nicht, warum wir auf etwas warten müssen oder warum etwas ganz Schlechtes passiert. Manchmal passieren auch plötzlich richtig gute Sachen, mit denen wir gar nicht gerechnet haben. Aber Gott passt immer auf uns auf. Er sagt, dass alles zur rechten Zeit kommt. Auch wenn das für dich heißt, dass du jetzt leider warten musst, bis deine Zeit des Feuerspuckens kommt.“ Samia hat ihm genau zugehört. Nun legt sie den Kopf schief und fragt: „Hmm, aber es schadet doch nicht, wenn ich trotzdem ein bisschen übe?“ „Oh nein Samia, es schadet nie, wenn du versuchst, etwas Neues zu lernen. Du weißt ja – mehr lernen, mehr forschen!“

Fortsetzung folgt …

Der neue Schüler

Was bisher geschah … Das Mammut Dominicus, der Elefant Pixel und das Drachenbaby Samia leben zusammen in einer Villa in der Stadt. Pixel geht schon in die Schule.

Huhuu, ich bin zu Hause!“, schallt es aus dem Flur. Samia freut sich, die Stimme ihres Freundes zu hören, der gerade aus der Schule gekommen ist. Heute hatte der Kindergarten geschlossen, weil alle Erzieher krank sind und es war so langweilig! Samia wusste gar nicht recht, was sie tun sollte, denn Dominicus hatte auch keine Zeit für sie. Er musste arbeiten und hatte sich den ganzen Tag in seinem Studierzimmer verkrochen. Aber jetzt ist Pixel ja wieder da. Gespannt hüpft Samia in die Küche, um zu hören, was der Elefant heute alles erlebt hat. Sie weiß genau, dass er nach der Schule immer Hunger hat und hofft, dass sie etwas von seinem Mittagessen stibitzen kann. „Und Pixel, was hast du heute so gemacht?“, fragt sie und macht es sie sich auf der Eckbank gemütlich. „Ach, eigentlich war alles wie immer“, antwortet Pixel. Dann öffnet er den Kühlschrank. Nachdem er eine Weile darin herumgekramt hat, hält er triumphierend eine Packung Tortellini in die Höhe. „Hast du Bock auf Tortellini mit Gemüsesoße?“, fragt er Samia. „Oh ja, lecker!“, ruft sie glücklich.

„Und sonst so? Ist nichts Spannendes passiert?“, bohrt Samia weiter. „Hmm, nö, eigentlich nicht.“ Pixel zuckt mit den Schultern und Samia lässt ihren Kopf auf den Tisch fallen. Leise murmelt sie: „Nirgendwo passiert mal was Spannendes. Es ist so langweilig hier!“ Doch da fällt Pixel etwas ein: „Eine Neuigkeit gibt es! Das hab‘ ich ja total vergessen. Wir haben seit heute einen neuen Schüler in der Klasse.“ „Oh cool, und wie ist er so? Wie heißt er?“, fragt das Drachenbaby aufgeregt. „Komisch ist er“, sagt Pixel, „er hat so grünes, zotteliges Fell. Sieht aus, als hätte er sich ewig nicht gekämmt. Echt lächerlich! Reden tut er mit keinem, guckt immer nur aus dem Fenster. Und sein Name … hm, wie war der nochmal. Ich glaube, er heißt ‚Schlick‘ oder so.“ Samia lacht: „Schlick? Was ist das denn für ein bescheuerter Name! Und grünes Fell? Wer hat denn grünes Fell?! Haha, den würde ich ja zu gern mal sehen!“ Die beiden kichern und lästern, während Pixel damit beschäftigt ist, das Mittagessen zu kochen. Doch nach einiger Zeit wird Samia nachdenklich. Auch sie war einmal neu hier, das ist noch gar nicht so lange her. Und im Vergleich zu Pixel und Dominicus sieht sie auch ziemlich ungewöhnlich aus.

Durch die Geräusche aus der Küche angelockt, kommt Dominicus dazu. So ein ganzer Tag im Studierzimmer macht sehr hungrig und es ist nicht das erste Mal, dass er vergaß, etwas zu essen. Da passt es besonders gut, dass Pixel gerade dabei ist, etwas zu kochen. „Na ihr beiden, worüber freut ihr euch denn?“, fragt das Mammut mit tiefer Stimme. „Ach, in Pixels Klasse ist ein neuer Schüler“, antwortet Samia. „Ja, hab‘ Samia gerade davon erzählt. Der ist so komisch! Einfach zum Kaputtlachen. Stimmt doch, Samia?“, lacht Pixel. Aber bevor sie eine Antwort geben kann, schaltet sich Dominicus ein: „Soso, zum Kaputtlachen? Ich hoffe, du verhältst dich ihm gegenüber nicht unhöflich?“ Pixel schüttelt den Kopf: „Unhöflich? Ach Quatsch. Der hat es doch verdient. Redet nicht mit uns, glotzt immer nur aus dem Fenster. Und grünes Fell hat er!“ Dominicus findet das Ganze nicht lustig. Er runzelt die Stirn und sieht Pixel streng an. Da wird dem Elefanten klar, dass er vielleicht doch falsch liegt. Dominicus erklärt: „Niemand kann etwas dafür, wie er aussieht. Jeder von uns ist anders und das ist gut so! Wie kommst du dazu, über ihn zu reden, wo du noch nichts über ihn weißt? Bestimmt ist es nicht leicht für ihn! Ich schlage vor, dass du dich morgen bemühst, ihn besser kennenzulernen!“ Pixel rollt mit den Augen, gibt dann aber zähneknirschend nach. Den Neuen kennenlernen? Na, das kann ja heiter werden!

Fortsetzung folgt …

Schlick stellt sich vor

Was bisher geschah … Der Elefant Pixel, der Drache Samia und das Mammut Dominicus wohnen zusammen. In Pixels Klasse ist ein neuer Schüler. Dominicus ermuntert ihn, den Neuen kennenzulernen.

Es ist die dritte Stunde. Pixel sitzt auf seinem Stuhl und blättert durch sein Schulbuch. „Lebensräume der Erde“ steht vorne drauf. Heute behandeln sie Savannenkunde. Pixel ist aber schon längst mit allen Aufgaben fertig, also hat er Zeit zum Grübeln. Da fällt sein Blick auf den neuen Schüler. Er kam gestern in ihre Klasse und hat bisher noch kein Wort zu irgendwem gesagt. Guckt immer nur traurig aus dem Fenster, so wie jetzt auch. „Na, Savannenkunde scheint ihn ja auch nicht zu interessieren“, denkt Pixel. Er beobachtet den Neuen genauer. „Was ist denn da draußen so spannend, dass er da immer hingucken muss?“, fragt er sich. Dann erinnert er sich an das, was Dominicus gestern zu ihm gesagt hat. Er soll den neuen Schüler kennen lernen und höflich zu ihm sein. Eigentlich hat er überhaupt gar keine Lust darauf. Dominicus hat leicht reden, den interessiert ja alles! Und was, wenn die anderen in der Klasse ihn auslachen, weil er sich mit dem komischen grünen Ding beschäftigt? „Nee, also das wäre es nicht wert!“, denkt Pixel. „Aber er wird mich bestimmt löchern, wenn ich heute nach Hause komme. Wenn ich dann nichts zu erzählen hab‘, kann ich mir wieder sein endloses Gequatsche anhören. Es nützt ja alles nix, da muss ich wohl in den sauren Apfel beißen!“ Pixel nutzt den Rest der Stunde, um den neuen Schüler zu beobachten. Nach Savannenkunde will er später Dominicus fragen, der kann es ihm bestimmt auch erklären. Jetzt ist der Neue interessanter.

Endlich klingelt es zur Pause! Pixel nutzt die Gelegenheit und spricht den neuen Schüler in der Hofpause an: „Hey, Schlick. Wie geht’s dir?“ Erstaunt schaut dieser ihn an: „Huh, hey. Ja, geht so. Aber muss ja.“ Dann dreht er sich um und geht weiter. Pixel hält ihn auf: „Hey, bleib‘ mal stehen! Willst du quatschen?“ Schlick nickt und gemeinsam setzen sich die beiden in eine ruhige Ecke des Hofs unter einen großen Baum. Irgendwie scheint Schlick sich dort wohler zu fühlen. Pixel bemerkt, dass er gar nicht mehr so traurig guckt. Schlick erzählt ihm, dass er mit seiner Familie erst vor kurzem in die Stadt gezogen ist. „Wo kommt ihr denn her?“, fragt Pixel. „Ach, von ganz weit weg. Kennst du nicht. Wir haben im Wald gelebt und es war so schön dort! Überall große Bäume. Der Boden war ganz weich, voller Moos. Immer haben die Vögel gezwitschert.“ Mit leuchtenden Augen erzählt Schlick von seinem alten Zuhause, dabei streicht er gedankenverloren über die Rinde des Baumes. „Wenn es dort so schön war, warum seid ihr dann umgezogen?“, wundert sich Pixel. „Es hat gebrannt“, flüstert Schlick, „überall war Feuer. Alles ist zerstört. Nichts mehr da. Wir mussten alle wegziehen.“ Seine Augen füllen sich mit Tränen. „Deswegen schaust du immer aus dem Fenster, oder? Zu den Bäumen, meine ich“, fragt Pixel. Schlick stimmt ihn zu: „Sie erinnern mich an mein Zuhause und an meine Freunde. Ich vermisse sie.“ Pixel denkt daran, wie er sich fühlen würde, wenn er plötzlich sein Zuhause verlassen müsste. Alles, was er so gern hat: den See, in dem sie immer baden, die Hängematte im Garten, sein Zimmer mit dem tollen Ausblick und vor allem Samia, Dominicus und das Minischwein Amanda. Er bereut, dass er sich gestern mit Samia über Schlick lustig gemacht hat. Dominicus hatte mal wieder recht.

„Tut mir leid, dass du dein Zuhause und deine Freunde verloren hast“, sagt Pixel. „Wo wohnt ihr denn jetzt?“ „In der Goethestraße“, antwortet Schlick. „Hey, das ist ja gar nicht weit weg von mir! Ich wohne mit meinen Freunden in der Schillerstraße. Hast du Lust, morgen nach der Schule mit zu mir zum Spielen zu kommen?“ Schlick schaut ihn ungläubig an: „Echt? Darf ich?“ Da legt Pixel den Rüssel um seine Schultern: „Klar doch!“

Fortsetzung folgt …

Neue Freunde

Was bisher geschah … In der Klasse des Elefanten Pixel ist ein neuer Schüler. Pixel lädt ihn zum Spielen zu sich nach Hause ein. Dort wird er seine Mitbewohner, das Mammut Dominicus und das Drachenbaby Samia, kennenlernen.

Endlich ist die Schule vorbei! Auch wenn Pixel sonst gern zum Sportunterricht geht, konnte er das Klingeln zum Stundenende heute kaum erwarten. Heute hat er sich mit Schlick verabredet, dem neuen Schüler mit dem grünen Zottelfell. Pixel hat vor, ihm sein Zuhause zu zeigen und ihm bei dieser Gelegenheit auch Samia und Dominicus vorzustellen. Gleich am Morgen hat er die Lehrerin gefragt, ob er sich neben Schlick setzen darf. Jede Pause haben die beiden damit verbracht, sich zu unterhalten und sich dabei besser kennenzulernen. Anfangs fand Pixel den neuen Mitschüler komisch, er sah fast aus, wie von einem anderen Stern. Aber nun haben sie einige Gemeinsamkeiten entdecken können. Genau wie Pixel ist Schlick gern draußen unterwegs. Beide interessieren sich für Musik und auch Schlick kocht ab und zu für seine Familie.

Als sie durch das Gartentor hereinkommen, fliegt ihnen direkt ein kleines, grunzendes Wesen entgegen. Das Minischwein Amanda hatte Pixel schon von Weitem entdeckt und ließ es sich nicht nehmen, ihren Freund zu begrüßen. Erschrocken springt Schlick zur Seite. „Keine Sorge, das ist nur Amanda, unser Haustier“, erklärt Pixel. Eigentlich gehört Amanda Dominicus, aber seit ihrer Entführung hat Pixel das kleine Schweinchen besonders ins Herz geschlossen. „Ah, und da kommen ja auch Samia und Dominicus!“ Pixel hat seinem neuen Freund schon einiges über seine Mitbewohner erzählt. Vor allem für Samia interessierte Schlick sich sehr. „Hi, du bist bestimmt Samia. Ich bin Schlick“, stellt er sich höflich vor. Dominicus lächelt zufrieden. „Hi, ähm ja, ich bin Samia“, antwortet das Drachenbaby schüchtern. „Und das ist Dominicus. Ihm gehört das Haus, in dem wir wohnen“, sagt Pixel und zeigt dabei auf das Mammut. „Es ist mir eine Freude, dich kennenzulernen“, entgegnet Dominicus. Schlick antwortet: „Danke, ich freue mich, dass Pixel mich eingeladen hat. Samia, du bist ein Rotschuppen-Drache, oder?“ Samia nickt. „Wie cool, ich kenne Rotschuppen-Drachen. Da wo ich herkomme, also in dem Wald, in dem ich gewohnt hab‘, da gab es einige Rotschuppen-Drachen.“ „Echt jetzt?“, fragt Samia mit großen Augen. Schlick lächelt: „Ja, echt. Die waren riesig! Und Feuer spucken konnten die, das sag‘ ich dir. Haben sie aber selten gemacht. Sie waren fast immer freundlich zu uns. Außer, wenn man sich über ihre Haarfarbe lustig macht, aber das ist ja auch gemein.“ Betreten schaut Samia zu Boden. Zwei Tage zuvor hatte sie mit Pixel über das grüne Fell von Schlick gelacht. „In der Tat“, sagt Dominicus, „sie mögen es nicht, wenn man ihre orangenen Haare belächelt.“ „Oh, ihre Haare sind nicht immer orange! Manchmal auch blau oder pink, das ist ganz verschieden“, antwortet Schlick. „Tatsächlich? Das ist ja hochinteressant!“ Dominicus hört, genau wie Pixel und Samia, gespannt zu, was Schlick über Rotschuppen-Drachen erzählt. Er kennt sich wirklich gut aus und sogar Dominicus kann von ihm noch etwas Neues lernen. „Wie überaus bereichernd es doch ist, deine Bekanntschaft zu machen!“, freut sich Dominicus. „Ja, stimmt!“, ruft Samia. „Es ist so toll, jemanden zu treffen, der andere Drachen kennt!“

Samia und Schlick sind direkt auf einer Wellenlänge. Eifrig unterhalten sie sich über das Leben im Wald, während Pixel mit mürrischer Miene zuschaut. Schlick war doch sein neuer Freund, warum quatscht er denn jetzt so viel mit Samia? Unfair ist das! Beinahe bereut er es, Schlick zu sich eingeladen zu haben, wenn er doch jetzt nur mit Samia abhängt. Doch da ruft Samia: „Ich weiß was! Wie wäre es, wir zeigen Schlick unser Geheimversteck im Wald?“ Und bevor ihr jemand antworten kann, ergänzt sie: „Pixel hat einen geheimen Weg entdeckt, der zu einem Baumhaus führt! Das ist so cool!“ Pixel nickt und schaut glücklich von einem zum anderen und so machen sich die drei Freunde auf den Weg, um gemeinsam im Wald nach weiteren Geheimnissen zu suchen.

Fortsetzung folgt …

Die Nachtwanderung

Was bisher geschah … Das Drachenbaby Samia, der Elefant Pixel und das Waldwesen Schlick sind Freunde. Samia und Pixel wohnen schon lange bei ihrem Freund, dem Mammut Dominicus in der Stadt, aber Schlickt ist erst vor einigen Wochen mit seiner Familie hergezogen.

Heute ist der erste Tag der Sommerferien. Schlick und Pixel haben schon Pläne, was sie in den Ferien erleben möchten: Eis essen, im See baden und natürlich im Wald spielen! Während der letzten Wochen sind Pixel, Schlick und Samia dicke Freunde geworden. Fast jeden Nachmittag haben sie zusammen verbracht. Samia ist ein richtig guter Kletterdrache geworden und Pixel hat von Schlick gelernt, welche Beeren und Pilze man essen darf und welche nicht.

Dominicus sitzt mal wieder im Garten und blättert in einem seiner dicken Bücher. Neben ihm auf der Wiese liegt sein Minischwein Amanda und schnarcht zufrieden vor sich hin. Da kommt Pixel in den Garten. Stolz erklärt er: „Dominicus, heute Abend werden Samia und ich nicht da sein. Nach dem Abendessen wollen wir uns mit Schlick am See treffen und von dort eine Nachtwanderung durch den Wald machen!“ Dominicus reagiert nicht und blättert immer noch in seinem Buch. „Dominicus? Hast du mich gehört?“, fragt Pixel verwundert. Nun endlich legt das Mammut sein Buch zur Seite und schaut ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Eine Nachtwanderung? Du? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, Pixel. Du hast doch immer Angst im Dunklen.“ Wütend stampft der Elefant mit einem Vorderbein auf den Boden: „Angst? Ich hab‘ keine Angst und ich werde es dir beweisen!“ Dann dreht er sich um und geht wieder ins Haus zurück.

Samia kann während des Abendessens kaum stillsitzen. Eine Nachtwanderung, wie aufregend! Ein bisschen Angst hat sie schon, aber ihr neuer Freund Schlick ist ja dabei und er kennt sich so gut im Wald aus. Schlick weiß wirklich alles über Drachen und über Bäume und giftige Pflanzen und … hachja, Schlick ist einfach toll! Endlich ist das Essen vorbei und Pixel und Samia machen sich auf den Weg zum See. Pixel hat einen Rucksack auf seinem Rücken. Die beiden Freunde haben ihn gemeinsam gepackt: zwei Taschenlampen, eine Packung Kekse und ein Seil (obwohl Samia nicht weiß, wofür das gut sein soll). Vorsichtshalber nimmt Samia noch den großen Stock mit, den sie letzte Woche gefunden hat. Schlick wartet schon auf sie. „Na, seid ihr bereit?“, fragt er. „Klar doch!“, antworten Pixel und Samia wie aus einem Mund. „Also dann, los geht’s!“

Schlick läuft mutig voraus, sogar ohne Taschenlampe. „Die brauche ich nicht, sehe auch so gut genug“, hat er vorhin den anderen erklärt. Gerade sind sie am Baumhaus vorbeigekommen, da raschelt es. Sofort bleiben die drei Freunde stehen. Samia rutscht das Herz in die Hose. Ängstlich schaut sie zu Schlick, doch auch er ist erstarrt und blickt in die Richtung, aus der das Geräusch kommt. Pixel leuchtet mit seiner Taschenlampe auf den Boden und da erkennen sie es: eine kleine Maus hat es sich im Laub gemütlich gemacht. Erleichtert gehen sie weiter. Nach einigen Minuten flüstert Samia: „Habt ihr das auch gemerkt? Hilfe, ich glaube, hier ist ein Gespenst!“ Schlick antwortet ihr: „Stell dich nicht so an, ich hab‘ nichts gemerkt. Was soll denn sein?“ „Da war so ein Luftzug!“ Pixel leuchtet mit seiner Lampe suchend umher, dann sagt er: „Nur eine Eule, die ist bestimmt gerade an dir vorbeigeflogen. Schau, da sitzt sie!“ Er zeigt auf einen Ast und tatsächlich, da sitzt ein großer Vogel und blinzelt in das Licht der Taschenlampe. Samia atmet tief aus und sie gehen weiter.

Schließlich sind sie wieder am See angekommen. Die Freunde wollen sich gerade voneinander verabschieden, da hören sie ein seltsames Geräusch. Es klingt so ähnlich wie das Bellen eines Hundes, nur irgendwie … heiser? Erschrocken springt Schlick zur Seite. „Das war nur ein Fuchs“, erklärt Pixel gelassen. Samia ist verblüfft. Pixel ist ja wirklich mutig! „Toll, Pixel“, lobt sie, „ich wusste gar nicht, dass du so viel über Tiere weißt! Das müssen wir unbedingt Dominicus erzählen!“ Auch Schlick klopft ihm auf die Schulter: „Echt cool!“ Glücklich gehen die Drei nach Hause und planen schon ihren nächsten Ausflug in den Wald.

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Fortsetzung folgt …

Der Superkleber

Was bisher geschah … Der Elefant Pixel, das Drachenbaby Samia und das Mammut Dominicus leben zusammen in einem großen Haus. Bei ihnen wohnt auch das Minischwein Amanda.

Als Pixel aufwacht und aus dem Fenster schaut, sieht er schon, dass er heute nicht draußen spielen kann. Dunkle Wolken bedecken den Himmel und es regnet wie aus Gießkannen. Da hört er, wie Samia in ihrem Zimmer herumpoltert. Neugierig steht er auf und geht zu ihr hinüber. „Guten Morgen Samia, was hast du denn vor?“, ruft er ihr zu. Suchend blickt er sich um. Wo ist der kleine Drache bloß? Schließlich entdeckt er sie. Samia steckt kopfüber in der großen Truhe neben ihrem Bett. Als sie Pixels Stimme hört, kriecht sie rückwärts aus der Truhe heraus. „Guten Morgen Pixel. Weißt du, ich hab‘ mir überlegt, dass ich heute etwas basteln möchte. Es regnet doch so und da mag ich nicht rausgehen. Ich hab‘ aber noch keine Idee. Fällt dir was ein?“ Pixel überlegt kurz, dann antwortet er: „Ich weiß was! Wie wäre es, wenn wir uns Superschleim machen?“ Aufgeregt hüpft Samia im Zimmer umher: „Ohja, tolle Idee! Was brauchen wir denn dafür?“

Wenige Minuten später sitzen die beiden am Küchentisch. Vor ihnen stehen eine große Schüssel und alle Zutaten, die sie für den Superschleim brauchen. Glücklich schütten sie nacheinander alles in die Schüssel. Zum Rühren benutzen sie keinen Löffel, stattdessen steckt Samia ihre Hand hinein und knetet. Ob das eine gute Idee ist? Nach einer Weile fragt sie: „Du Pixel, muss da jetzt noch etwas rein oder ist der Schleim so richtig?“ Der Elefant testet die Mischung mit seinem Rüssel. Dann tippt er Samia auf die Schulter, um sie zu ärgern. „Haha, ich denke schon!“, lacht er. „Auf jeden Fall klebt es-“ Weiter kommt er nicht. Samia blickt ihren Freund mit entsetzten Augen an. Sein Rüssel klebt an ihrer Schulter! Sofort nimmt sie ihre Hand aus der Schüssel und versucht, ihn zu lösen. Keine Chance! Nun klebt auch noch ihre Hand fest. „Hilfeeee!“, rufen die beiden erschrocken. „Dominicuuuus, du musst uns helfen!“, jammert Samia.

Als das Mammut in seinem Arbeitszimmer die Rufe von Pixel und Samia hört, eilt er sofort in die Küche. „Was habt ihr beiden denn nun angestellt?“, fragt er mit strenger Miene. „Wir kleben zusammen!“, schluchzt Samia. Auch Pixel ist den Tränen nahe. „Keine Sorge“, lacht Dominicus, „in unserer Vorratskammer haben wir ein Mittel, dass solchen Kleber wieder auflöst. Ich werde es holen.“ In der Vorratskammer angekommen, fällt ihm noch etwas auf: „Ach, hier ist mein Lexikon über die Wappen des Hochmittelalters!“ Während er nach dem Buch greift, fällt die Flasche mit dem Lösungsmittel zu Boden. Glücklicherweise ist das Minischwein Amanda ihrem Besitzer in die Kammer gefolgt und konnte die Flasche mit ihrer Schnauze auffangen. „Vielen Dank, meine liebe Amanda“, freut sich Dominicus, „nun reiche mir bitte die Flasche.“ Aber das Schwein denkt gar nicht daran. Grunzend galoppiert sie durch den Flur ins Wohnzimmer. Hier entbrennt eine wilde Verfolgungsjagd. Amanda und Dominicus rennen zuerst um den Tisch, dann hinter das Bücherregal, über das Sofa und hinter die Gardine. Schließlich schaffen Samia und Pixel es, ihr den Weg zur Küche abzuschneiden. Völlig außer Atem kommt Dominicus ihnen entgegen. „Amanda“, keucht er, dann fällt er auf die Knie. „Rück‘ das Mittel raus!“, ruft Pixel ärgerlich. Doch das Minischwein blickt ihn nur finster an. „Bitte Amanda, ich kaufe dir auch einen großen Hundekuchen“, fleht Samia. Die Aussicht auf ein Leckerli überzeugt das kleine Schwein. Freundlich trägt sie die Flasche zu Dominicus und schmiegt sich an seine Beine. Nun endlich kann Dominicus Samia und Pixel voneinander lösen.

Erleichtert bedanken sie sich bei ihrem Helfer: „Danke Dominicus, ohne dich hätten wir es nicht geschafft! Bestimmt wären wir für immer zusammengeklebt gewesen“, sagt Pixel. „Ja, bestimmt! Aber was machen wir nun mit dem Schleim? Es hat so viel Spaß gemacht, ihn anzurühren“, fragt Samia. Wie immer hat Dominicus eine gute Idee: „Vorgestern ist mir eine Vase zerbrochen. Sie war ein Erbstück von meiner Großtante. Bestimmt kann euer Superkleber sie wieder heil machen!“

Fortsetzung folgt …

Samia wünscht sich
ein Haustier

Was bisher geschah … Das Drachenbaby Samia und der Elefant Pixel wohnen zusammen mit dem Mammut Dominicus und seinem Haustier, dem Minischwein Amanda, in einem großen Haus.

„Amanda, komm zu mir“ – „Ja prima Amanda, mein liebes Tierchen“ – „Haha, hör auf, mich abzuschlecken!“ Als Samia das Wohnzimmer betritt, sieht sie, wie Dominicus mit Amanda auf dem Teppich sitzt. Die beiden spielen miteinander und scheinen viel Spaß zu haben. Amanda springt grunzend an ihm hoch und schmiegt sich in das weiche Fell ihres Besitzers. Glücklich streichelt Dominicus über ihre Ohren. Da entdeckt Amanda, dass auch Samia da ist. Schnell flitzt sie zu ihr hinüber, schleckt ihr einmal über die Pfote und kuschelt sich dann wieder an Dominicus. Samia ist darüber ein bisschen traurig. Warum ist Amanda immer bei Dominicus? Sie beschließt, dass sie auch ein Haustier haben möchte, ein ganz Eigenes! Sofort erzählt sie Dominicus von ihrem Wunsch. „Ein Haustier? Soso, was stellst du dir denn vor?“, fragt er. „Hmm, mal überlegen … Ein Pferd! Ich möchte ein Pferd haben!“, antwortet Samia. Dominicus runzelt die Stirn: „Warum denn ausgerechnet ein Pferd?“ Schnell hat Samia eine Antwort parat: „Pferde sind groß und schön und etwas ganz Besonderes! Nicht jeder hat ein Pferd. Außerdem kann ich dann den ganzen Tag darauf reiten und ihm sagen, was es tun soll, so wie du mit Amanda!“

„Erst einmal, ich sage Amanda nicht ständig, was sie tun soll, das entscheidet mein cleveres Schweinchen fast immer allein. Zweitens, wo soll dein Pferd denn wohnen?“, entgegnet das Mammut. Samia schaut sich kurz um und sagt dann: „Im Garten, wo sonst?“ Dominicus zweifelt noch. Also schlägt er Samia vor, am Nachmittag einen nahegelegenen Stall zu besuchen, um sich anzuschauen, wie es dort so ist.

Wenige Stunden später sind die beiden auf einer großen Wiese. Um sie herum grasen einige Pferde, neben ihnen steht ein nettes Mädchen, das sich mit ihnen unterhält. „Na Samia, du wünschst dir also ein Pferd?“ Das Drachenbaby nickt eifrig. „Okay, was weißt du denn schon über Pferde?“ Samia schweigt, dann flüstert sie: „Sie sind groß? Und sie haben weiches Fell!“ Das Mädchen, ihr Name ist Jenny, lacht: „Immerhin etwas! Um ein eigenes Pferd zu haben, reicht das aber noch nicht. Kommt mit, wir laufen zusammen über die Weide und ich erzähle euch ein bisschen.“ Gemeinsam gehen sie über die Wiese. Dabei erklärt Jenny, dass Pferde nicht allein sein möchten. „Ich bin doch da!“, unterbricht Samia. Jenny schüttelt den Kopf: „Das reicht nicht. Pferde sind Herdentiere, das heißt, sie brauchen immer andere Pferde, mit denen sie zusammenleben können.“ Weiter erklärt sie, dass Pferde viel Platz brauchen, weil sie immer herumlaufen möchten, auch in der Nacht. Trotzdem brauchen sie einen Stall, in dem sie sich unterstellen können, wenn es stark regnet oder die Sonne zu sehr scheint. Außerdem möchten sie nicht ständig geritten werden.

„So wie du, haben auch Pferde ihren eigenen Kopf“, sagt Jenny zu Samia, „darauf müssen wir achten. Hast du Lust, heute mit mir zusammen die Pferde zu versorgen?“ „Oh ja, toll!“, freut sich Samia. Jenny und Samia fahren mit der Schubkarre über die Wiese und sammeln die Pferdeäpfel ein. Danach geben sie den Pferden etwas Heu und befüllen die Pferdetränke mit Wasser. „Puh, ist das anstrengend“, sagt der kleine Drache, „machst du das etwa jeden Tag?“ „Jap, jeden Tag!“, antwortet Jenny. Dann fügt sie hinzu: „Genau wie du möchten auch Pferde jeden Tag etwas essen und trinken und sie mögen es nicht, wenn es um sie herum zu schmutzig ist.“ „Nee, also das wäre mir ja zu anstrengend“, schnauft Samia, „darauf hab‘ ich keine Lust!“ Dominicus hat den beiden zugeschaut. Nun schaltet er sich in das Gespräch ein: „Wie wäre es, wenn wir Jenny und ihre Pferde ab und zu besuchen? Und zu Hause zeige ich dir, wie du Amanda tolle Tricks beibringen kannst! Wenn du dich viel mit ihr beschäftigst, wird sie ganz anhänglich, versprochen.“ „Danke Dominicus, das ist eine tolle Idee!“, ruft Samia.

Fortsetzung folgt …

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