Keine Zeit und kein Raum für Innovation in deiner Organisation? Das können wir von den großen Unternehmen lernen

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Welcher Verantwortliche kennt es nicht: Viele Probleme werden einem zugetragen. Man muss sich um eine Lösung kümmern. Zig Mails und Anrufe müssen bearbeitet und beantwortet werden. Dann noch Teambesprechungen. Tags zuvor ist etwas kaputt gegangen, es muss repariert werden. Und schwups, plötzlich ist der gesamte Tag vorbei, und man hat nur auf Ereignisse reagiert.

Bei Pixel Sozialwerk geht es mir oft genauso. Pixel gibt es seit 2018 – viele Prozesse und Strukturen haben sich mittlerweile verfestigt. Ich bin Ansprechpartner für alle möglichen Projekte in unserer Organisation geworden – prinzipiell genug, um nichts anderes mehr zu machen.

Hast du auch manchmal das Gefühl, dass du nur reagierst und nicht agierst? Dass eine Weiterentwicklung verschiedener Prozesse zwar wünschenswert wäre, aber dafür keine Zeit bleibt?

Google hat dieses Problem schon in den 90er Jahren erkannt:

In dieser Zeit startete Google das 20er Projekt. Dieses besagt, dass die Mitarbeiter 20% ihrer Arbeitszeit mit dem Entwerfen und Ausarbeiten von neuen Ideen verbringen dürfen. Nicht mit dem Abarbeiten von Emails. Nicht mit Telefonieren.  Nein! Mit kreativen Ideen, die es so noch nicht gab. Ein gesamtes Konzept wurde dazu entwickelt: Scheitern wurde nicht verurteilt, Räume wurden zur Verfügung gestellt, auch kleinere Budgets, wenn sie notwendig wurden.

Die von inzwischen Millionen von Menschen genutzte Anwendungen Gmail oder der Google Chrome Browser sind Ergebnisse dieser 20er Zeit.

Ich will nicht sagen, dass diese Regel perfekt ist und überall mit exakt diesem Prozentsatz angewendet werden sollte, aber überlege:

Wie viel Prozent deiner Zeit investierst du, um neue, kreative Ideen zu entwickeln, Konzepte zu schreiben und umzusetzen? Offensichtlich investieren alle großen Unternehmen viel Geld und Zeit in die Entwicklung neuer Ideen. Schauen wir uns dazu die Forschungs- und Entwicklungsausgaben 2017/18 von einigen Unternehmen an:

  • Amazon: Ausgaben von 22,6 Mrd. $, Anteil am Umsatz: 12,7%
  • Intel: Ausgaben von 13,1 Mrd. $, Anteil am Umsatz: 20,9%
  • Microsoft: Ausgaben von 12,3 Mrd. $, Anteil am Umsatz: 13,7%
  • Volkswagen: Ausgaben von15,8 Mrd. $, Anteil am Umsatz: 5,7%

Diese Unternehmen wissen: Wenn sie nicht Geld in Forschung und Entwicklung investieren, wird deren Marktwert in Zukunft stark sinken. Forschungs- & Entwicklungsausgaben sind für sie essenziell, obwohl vielleicht kurzfristig viel Aufwand wenig Nutzen gegenüberstehen.

Nun, aber wofür sollten wir in unseren Organisationen und Projekten diese Zeit einsetzen, wenn wir sie uns wirklich nehmen? Bspw. für:

  • Neuartige Projekte
  • Verbesserung der bestehenden Projekte
  • Schaffen von Strukturen
  • Verbesserung von bestehenden Strukturen
  • Entwicklung und Verbesserung von Konzepten
  • Integrieren von neuen und sinnvollen wissenschaftlichen Fachbeiträgen in die eigene Arbeit

Tipp: Gerade Verantwortliche versuchen ständig für ihre Mitarbeitenden, Partner, Kunden, Klienten und Ehrenamtlichen erreichbar zu sein. Das ist gut. Manchmal ist es aber auch angebracht, das Handy und die Mails einige Stunden ruhen zu lassen, um neue Dinge entwickeln, neue Projekte voranzubringen und brainstormen zu können.

Wie viel Zeit und Geld investierst du in deiner Organisation für Neues?

Und:  Wie viel Zeit räumst du deinen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen ein, kreativ zu sein? Dürfen sie neue Ideen einbringen und entwickeln? Bekommen sie die notwendigen Ressourcen und Zeitfenster? Werden neue und gute Ideen anerkannt und gelobt?

Denn gerade die Mitarbeiter haben den besten Blick auf die eigenen Strukturen und Prozesse. Sie erfahren am eigenen Leib, wo es hängt. Entweder, weil sie selbst mit einem Prozess unzufrieden sind oder weil an sie eine Beschwerde oder ein Lob herangetragen wurde. Ohne ein großes Beratungsbudgets ausgeben zu müssen, wissen sie schon, an welchen Stellen etwas geändert werden sollte. Oft wissen sie sogar genau, was verändert werden muss. Gerade diesen innovativen Mitarbeitern sollte man genügend Raum für positive Veränderungen bieten.  

Innovationen gibt es nicht zum Nulltarif, sondern erfordern Mühe, Strukturen, Geld und Freiräume.

Quellen:

  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70083/umfrage/ranking-der-20-unternehmen-mit-den-hoechsten-ausgaben-fuer-forschung-und-entwicklung/
  • https://kompetenzzentrum-augsburg-digital.de/factory-tour-google/
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Pixel Sozialwerk gUG, Inhaber: Erik Reppel (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
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